Archiv: Frühjahr–Sommer 2005

»Kirschgarten«

von Anton Tschechow
Zum Stück

Mit einem Wort, es ist alles sehr schön. Nur das Eine ist schlecht: ich bin faul und tue nichts. Das Stück habe ich noch nicht angefangen, ich denke nur darüber nach. Ich werde es wahrscheinlich nicht vor Ende August anfangen.
Ljubimovka, 18.07.1902; an K. S. Stanislavskij

Morgen setze ich mich ans Schreiben. Ich werde vom Morgen bis zum Mittagessen schreiben, und dann nach dem Mittagessen bis zum Abend. Das Stück werde ich im Februar schicken. Meine Frau umarmen werde ich im März.
Jalta, 01.12.1902; an O. L. Knipper

Mein »Kirschgarten« wird drei Akte haben, so scheint es mir, aber endgültig beschlossen habe ich das übrigens nicht. Wenn ich wieder gesund bin, werde ich es erneut überdenken, zur Zeit habe ich alles stehen und liegen lassen. Es ist hundmiserables Wetter, gestern hat es den ganzen Tag gegossen, heute ist es trübe, morastig. Ich führe ein Leben wie ein Verbannter.
Jalta, 24.12.1902; an O. L. Knipper

Wegen des Stückes kann ich Ihnen Folgendes sagen: 1. Das Stück ist im Plan fertig, das stimmt, und ich habe auch schon einen Titel dafür (»Der Kirschgarten« — aber das ist vorläufig noch ein Geheimnis), und ich werde mich wahrscheinlich spätestens Ende Februar daransetzen, natürlich nur, wenn ich gesund bleibe; 2. in diesem Stück ist die Hauptrolle — die einer alten Frau! — zum großen Bedauern des Autors.
Jalta, 27.01.1903; an V. F. Komissarzevskaja

Ich habe von Nemirovic einen sehr langen Brief bekommen. Er schreibt mir zu meiner Krankheit, zum Stück. Die Krankheit ist bekannt, und mir ist auch alles bekannt, was nötig ist und was nicht, aber zum Stück kann ich einstweilen noch nichts sagen. Ich wird es bald tun. Deine Rolle ist die einer ausgemachten »dummen Gans«. Willst eine dumme Gans spielen? Eine mit einem guten Herzen.
Jalta, 22.02.1903; an O. L. Knipper

Mein Stück ist noch nicht fertig, es bewegt sich nur zäh voran, was ich sowohl mit meiner Faulheit erkläre, als auch mit dem wunderbaren Wetter, wie auch mit der Schwierigkeit des Sujets.
Jalta, 28.07.1903; an K. S. Stanislavskij

Nun, und was mein eigenes Stück, den »Kirschgarten« betrifft, so steht damit vorläufig alles zum besten. Ich arbeite gemächlich. Wenn es auch ein bißchen später fertig wird, so ist das nicht weiter schlimm, den Ausstattungsteil im Stück habe ich auf ein Minimum reduziert, es werden keinerlei besondere Bühnenbilder gebraucht, und man braucht sich kein Pulver auszudenken.
Jalta, 22.08.1903; an V. I. Nemirovic-Dancenko

Schwer, sehr schwer ist mir der zweite Akt gefallen, aber ich glaube, er ist ganz gut geworden. Das Stück nenne ich eine Komödie.
Jalta, 02.09.1903; an V. I. Nemirovic-Danöenko

Der vierte Akt in meinem Stück wird, verglichen mit den anderen Akten, karg an Inhalt, aber effektvoll. Der Schluß deiner Rolle ist, glaube ich, nicht übel. Überhaupt, verlier nicht den Mut, alles steht bestens.
Jalta, 23.09.1903; an O. L Knipper

Wegen des Stücks sei nicht böse, Herzchen, ich schreibe es langsam ab, weil ich schneller nicht schreiben kann. Einige Stellen gefallen mir ganz und gar nicht, ich schreibe sie neu und schreibe sie wieder ab. Aber bald, mein Pferdchen, bald bin ich fertig und schicke es ab. Sobald ich es abschicke, gebe ich dir telegraphisch Bescheid. Ich bin doch nicht so geizig wie du, eine reiche Schauspielerin; von dir habe ich heute also kein Telegramm bekommen.
Jalta, 03.10.1903; an O. L Knipper

Lieber Konstantin Sergeevic, seien Sie nicht böse! Ich schreibe das Stück zum zweiten Mal ins Reine, deswegen die Verspätung. Ich schicke es in drei Tagen! Seien Sie unbesorgt. Jalta, 10.10.1903; an K. S. Stanislavskij
Stück bereits abgeschickt. Bin gesund. Küsse, Grüße. Antonio.
Jalta, 14.10.1903; an O. L Knipper

Heute habe ich von Alekseev ein Telegramm bekommen, in dem er mein Stück genial nennt; das bedeutet das Stück hochloben und ihm die gute Hälfte des Erfolgs nehmen, den es unter glücklichen Umständen haben könnte.
Jalta, 21.10.1903; an O. L. Knipper

Konstantin Sergeeviö (Stanislavskij) will im zweiten Akt einen Eisenbahnzug über die Bühne fahren lassen, aber ich glaube, man sollte ihm das ausreden. Er will auch Frösche und Wasser.
Jalta, 23.11.1903; an O. L Knipper

Ich habe zur Zeit Proben (von 12 bis 15 Uhr), und wenn keine Proben sind, huste ich, und meine Frau lässt mich nicht aus dem Haus.
Moskau, 27.12.1903; an V. A. Golcev

Gestern ist mein Stück gespielt worden, meine Stimmung ist daher nicht gut.
Moskau, 18.01.1904; an I. L Leontjev-Sceglov

Auf der Premiere des »Kirschartens« am 17. Januar bin ich geehrt worden, und zwar derart ausgiebig, herzlich und im Grunde unerwartet, dass ich bis heute noch nicht wieder zu mir gekommen bin.
Moskau, 19.01.1904; an F. D. Batjuskov

Mein liebes Herzchen, die Reise verläuft gut, ich sehne mich nach dir. Bleib gesund, ruhig, fröhlich, mein Herz, denk nicht zuviel an deinen Mann. Ich fühle mich wohl, meine Gesundheit ist großartig, mach dir keine Sorgen, meine Liebe. Die Strecke ist geräumt, es gibt keine Aufenthalte, die Reise ist gut. Ich bitte dich, schreib mir, schreib mir lang, in Jalta werde ich mich doch langweilen, begreif das. Grüß den ganzen »Kirschgarten«, sogar die Muratova. Ich küsse und umarme dich, mein Liebes, ich werde sitzen und an dich denken. Dein A.
15.02.1904, abends. Bei Orel.

Vorstellungstermine
  • 20. Mai 2005
  • 21. Mai 2005
  • 22. Mai 2005
  • 25. Mai 2005
  • 26. Mai 2005
  • 27. Mai 2005
  • 28. Mai 2005
  • 3. Juni 2005
  • 4. Juni 2005
  • 5. Juni 2005
  • 6. Juni 2005
Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.
Einlass der Gäste um 19:30.
Gespielt wurde im theater ensemble.
Kein Plakat
Mitwirkende
Schauspieler
Nina Bergner
Lena Claßen
Dagmar Anna Regina Exner
Kathrin Hülz
Sebastian Kirsch
Jan-Arwed Maul
Marcus Rehberger
Katharina Ries
Michael Ruchter
Miriam Schriewer
Moritz Steck
Philipp Zimgibl
Technischer Meister
Johann Braumandl
Christian Fischer
Regieassistenz, Soufflage
Carolin Hauck
Bühnenbild
Wladimir Petrichev
Regie
Lilia Petrichev
Fotos zum Stück
Haben wir nicht.