Archiv: Frühjahr 2008

»Totentanz«

von August Strindberg
Zum Stück

Manche Ehe ist ein Todesurteil, das jahrelang vollstreckt wird.

In jeder Ehe kommt einmal die Zeit, in der man andere um ihre Schwerhörigkeit beneidet.

Jeder Mensch trägt stets einen Keim in sich, der seine Originalität ausmacht, jedes Individuum hat seine Geschichte.

Kann die Gesellschaft gesund sein, wenn die Individuen krank sind?

Soll das Individuum unglücklich leben, damit eine ungesunde Gesellschaft aufrechterhalten wird?

Strebende Ehegatten quält bei ihrem Ende gewöhnlich vor allem der Gedanke, dass der Überlebende wieder heiraten wird.

Tanzen macht schon Spaß, wenn man nur nicht reden müsste.

Vieles auf der Welt kommt zusammen, aber selten die richtigen Paare.

Was keinem Mitmenschen schadet, ist mir erlaubt.

Wer spontan handelt, ist unklug und ein Egoist, ein Naiver, ein Unbewusster, und solche sind es, die im Leben vorankommen.

Wer zu lange gegen Drachen kämpft, wird selbst zum Drachen.

Beim Anblick des Leidens eines Mitmenschen gerührt zu sein, gilt als schön und verdienstvoll, doch die Rührung scheint nur ein Reflex zu sein. Man verlegt das Leiden des anderen in sich selbst, und wofür man leidet, ist das eigene Ich.

Das gesellschaftliche Spiel ist ein falsches Spiel, wer aber will entdeckt werden? Darum bereut man in einsamen Stunden, wenn unbestechlich die Vergangenheit aufsteigt, nicht seine Fehler, sondern seine Dummheiten.

Das menschliche Leben ist ein Kampf von Anfang bis Ende. Wir alle werden unter Umständen voll Kummer und Schmerzen in dieses elende Leben geboren.

Der Egoismus lenkt alle unsere Taten.

Die Hochzeitsreise ist der erste Versuch, der Ehe-Realität zu entgehen.

Die Menschen in ihrer Selbstgenügsamkeit meinen, sie sind sich genug, dann kommt der Schlag, und man sieht, dass alle einander brauchen.

Ehen werden im Himmel geschlossen, deshalb fällt man so tief.

Eine Verlobung ist bedingte Verurteilung zu lebenslänglicher Doppelhaft mit vorläufigem Strafaufschub.

Vorstellungstermine
  • 25. April 2008
  • 26. April 2008
  • 2. Mai 2008
  • 23. Mai 2008
  • 9. Mai 2008
  • 10. Mai 2008
  • 16. Mai 2008
  • 17. Mai 2008
  • 23. Mai 2008
  • 24. Mai 2008
Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.
Einlass der Gäste um 19:30.
Plakat zum Stück
Plakat zum Stück
Mitwirkende
Schauspieler
Michael Fersch
Carolin Kipka
Jens Kroker
Technischer Meister
Johann Braumandl
Regieassistenz, Soufflage
Jessica Klör
Plakat
Wladimir Petrichev
Regie
Lilia Petrichev
Fotos zum Stück
Haben wir nicht.