Archiv: Sommer 2006

»Geben Sie mir, wenn Sie haben«

von Daniil Charms
Zum Stück

»Kaum jemand hat Charms verstanden«, schreibt sein Freund, der Philosoph und Musiktheoretiker Jakov Druskin, »sein Blick auf das Leben, das Wunder und die Harmonie — eine Sicht, die er nicht nur in seinem Werk, sondern auch in seinem Leben verwirklicht hat: in seinem Lebenswerk.« Wenn Charms in der Zeit des stallnlstischen Aufbaus an alten, dem Zarenreich angehörigen Umgangsformen festhielt, wenn er ständig seinen Namen wechselte oder sich als sein eigener Bruder ausgab, dann waren das nicht einfach Ticks eines komischen Spinners, sondern Ausdrücke einer Weltsicht, einer Kunst, die das ganze Leben In sich einschließt. »Daniil Charms« war kein Pseudonym, kein Deckname, sondern ein Selbstverständnis. »Charms selber ist Kunst«, sagte Wwedenskij Ende der 30er Jahre. Er wollte sein Leben als ein Wunder leben, so wie er die Welt als Wunder empfand. In seiner Literatur setzt er sich mit seiner Umwelt auseinander, und diese Umwelt wird im Laufe der 30er Jahre Immer düsterer: Es Ist die Zeit der krankhaften Auslöschung aller Andersdenkenden, der Umwertung der sozialen Werte, der Manipulation von Geschichte und Realität. »Nicht seine Erzählungen und Theaterstücke sind absurd und alogisch, sondern das Leben, das er in ihnen beschreibt.« (Jakov Druskin) Dieses Leben, diese Welt ist gesetzlos, chaotisch und brutal, hier geschehen bizarre, widersinnige Dinge, ohne die Möglichkeit für den Leser, das zu verstehen.

Vorstellungstermine
  • 27. Juli 2006
  • 28. Juli 2006
  • 29. Juli 2006
  • 30. Juli 2006
Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.
Einlass der Gäste um 19:30.
Gespielt wurde im Theater Chambinzky.
Kein Plakat
Mitwirkende
Schauspieler
Moritz Erbach
Jasmin Hegele
Valery Herp
Kathrin Hülz
Tom Jahn
Jens Kroker
Marcus Rehberger
Michael Ruchter
Barbara Schmidt
Technischer Meister
Johann Braumandl
Regieassistenz, Soufflage
Carolin Hauck
Regie
Lilia Petrichev
Fotos zum Stück
Haben wir nicht.