Archiv: Frühjahr 2006

»Requiem«

von Anna Achmatowa
Zum Stück

»Anna Achmatowa! Dieser Name ist ein gewaltiger Seufzer«, schreibt ihre Kollegin Marina Zwetajewa, und für dieses tiefe Seufzen sollte Achmatowas Liebeslyrik berühmt werden.

Im Petersburger Künstlerkeller »Der Streunende Hund« war die Dichterin ständig umringt von Verehrerinnen und Verehrern, bei ihren Auftritten gebärdete sich die Jugend wie wild. Hier begann der Mythos der Achmatowa. Zur Ikonographie, die um Achmatowa herum entstand, gehören obligatorisch die Verweise auf ihr Profil mit der fein gebogenen Nase, ihren dunklen Teint, den geraden Pony, der ihre Stirn bedeckte, die fast singende Art des Vortrags ihrer Gedichte und ihr wichtigstes Attribut, den von den Schultern rutschenden Schal, die »berühmte lasurfarbene Stola«.

»Ich ließ mich nicht von meiner Heimat scheiden, floh in die Fremde nicht vor der Gefahr. Ich blieb bei meinem Volk in seinem Leiden, Blieb, wo mein Volk zu seinem Unglück war.«
Dieses Motto stellte Anna Achmatowa ihrem »Requiem« voran, in dem sie die »schrecklichen Jahre des Justizterrors« beschreibt und Zeugnis ablegt vom Unbeschreiblichen. Sie selbst blieb verschont von der Maschinerie des sowjetischen Terrors. Man quälte sie durch Angriffe auf ihre »Liebsten«. Ihr erster Ehemann, der Dichter Nikolaj Gumiljow, wurde als angeblicher Konterrevolutionär erschossen, ihr Sohn verbrachte insgesamt zwölf Jahre in Lagerhaft und Verbannung.
Achmatowa, Anna Andrejewna, eigentlich Anna Andrejewna Gorenko, (1889-1966), russische Lyrikerin. Gemeinsam mit Ossip Mandelstam gehörte sie zu den führenden Vertretern des Akmeismus, einer literarischen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die in Abgrenzung zum Symbolismus eine klare und wirklichkeitsnahe Poesie mit einer plastischen Bildlichkeit forderte. Heute gilt Achmatowa als bedeutendste russische Dichterin.

Vorstellungstermine
  • 23. März 2006
  • 25. März 2006
  • 29. März 2006
  • 30. März 2006
  • 5. April 2006
  • 13. April 2006
  • 14. April 2006
Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.
Einlass der Gäste um 19:30.
Plakat zum Stück
Plakat zum Stück
Mitwirkende
gespielt von
Kathrin Hülz
getanzt von
Valeria Melcher
Technischer Meister
Johann Braumandl
Hospitanz, Licht
Maria Diedrich
Regieassistenz, Soufflage
Jessica Klör
Plakat
Wladimir Petrichev
Regie
Lilia Petrichev
Fotos zum Stück
Haben wir nicht.